Wieviel Außendienst wird noch gebraucht?
Durch die Nutzung von Einkaufsorganisationen können gemäß einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants deutsche Krankenhäuser im Vergleich zu den europäischen Nachbarn bis zu 20 Prozent der Kosten bei den Sachmitteln sparen. Vier von fünf Krankenhäuser beziehen demnach aktuell durchschnittlich die Hälfte ihres Bedarfs über Einkaufsgesellschaften beziehen. Doch die Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen: Bisher können diese Einsparungen bei den Sachkosten realisiert werden. In Zukunft wird nicht nur die vollständige Produktpalette auf diese Weise abgedeckt werden, sondern es werden auch zusätzliche Serviceleistungen wie zum Beispiel IT, Sortimentsstraffung, Prozessberatung und Logistikdienstleistungen angeboten werden.
Die Entwicklung bei den deutschen Krankenhäusern ist stellvertretend für zahlreiche weitere – durchaus dramatisch zu nennende Veränderungen – des Einkaufs der Unternehmen. Egal, ob es der Einkauf über Einkaufsgenossenschaften, über Online-Portale, mit Unterstützung von Versteigerungsplattformen, oder auch nur die Umsetzung der Single-Sourcing-Strategie ist, die anbietenden Unternehmen werden sich darauf einstellen müssen, dass die Kundenprozesse sich verändern.
Die Kunden-Lieferanten-Beziehung gerät immer mehr ins Ungleichgewicht. Die Kunden werden ihre Lieferanten steuern. Den Lieferanten werden immer mehr die Kundenprozesse des Einkaufs vorgegeben werden. Eine Konsequenz ist jetzt schon absehbar: Es werden nicht mehr so viele Außendienstmitarbeiter benötigt werden – dafür aber deutlich besser qualifiziertere.

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