Der Hyperwettbewerb ist hausgemacht – die Strategie des Nachahmens vernichtet die Rendite
Deutschlands volkswirtschaftliche Zahlen jagen einen Rekord nach dem anderen. In dieser Zeit von einem Hyperwettbewerb zu sprechen, ist ja schon fast defätistisch. Und doch, an der Situation hat sich nichts geändert. Wir leben immer noch im selben Zeitalter wie noch vor wenigen Monaten. Und dieses Zeitalter ist u.a. vom Hyperwettbewerb geprägt. Einem Wettbewerb der schneller ist als in der Vergangenheit, der härter ist als in der Vergangenheit, der zu grundlegenderen Veränderungen führt, als in der Vergangenheit. In zahlreichen Märkten ist eine Wettbewerbssituation entstanden von der mehr als Zweidrittel der verantwortlichen ManagerInnen meinen, dass nur noch der Preis das entscheidende Wettbewerbsinstrument sei.
Dabei ist die Zerstörung vorhandener Unternehmenswerte zu einem großen Teil hausgemacht. Um sich vor dem immer wieder prophezeiten Hyperwettbewerb schützen zu können, tun die Unternehmen alles um mindestens genauso gut, vielleicht sogar ein wenig besser, aufgestellt zu sein als der Wettbewerber. Dies hat eine fatale Konsequenz: Die Unternehmen kopieren sich selbst, indem sie ihren Wettbewerber nacheifern.
Porter hat dies schon Anfang der 90er Jahre erkannt. Unternehmen eines Marktes setzen sich ähnliche Ziele, verfolgen ähnliche Expansionsgelüste, führen ihre Unternehmen mit ähnlichen Managementkonzepten des TQM oder Benchmarking, führen ähnliche gravierende grundsätzliche Veränderungen im Rahmen des Reengineering durch, setzen Branchen-Software, messen ihre Erfolge an Branchenkennziffern ... und müssen dadurch zwangsläufig immer ähnlicher werden. Wenn die Unternehmen, also der Input immer ähnlicher werden, wird auch der Output immer vergleichbarer werden – der Hyperwettbewerb nimmt zu.

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